Autorin: Sylvia Bösch, PR-Referentin, Dallmer GmbH und Co. KG
Der Traum vom altersgerechten und modernen Badezimmer ist heute mit der richtigen Planung einfach umsetzbar. Bodengleiche Duschen, großformatige Fliesen und durchdachte Entwässerungslösungen gehören mittlerweile vielerorts zum Standard. Das war jedoch nicht immer so. Seit den 1940er Jahren hat das Badezimmer eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen – vom schlichten Funktionsraum hin zu einem komfortablen und gestalterisch anspruchsvollen Lebensbereich. Mit dieser Entwicklung veränderten sich auch die Anforderungen an die Entwässerungstechnik.
Dallmer hat diesen Wandel über Jahrzehnte begleitet: von den ersten Kunststoffsiphons bis hin zu modernen Duschrinnen, die eine barrierefreie Badgestaltung und den Einsatz großformatiger Fliesen ermöglichen.
Erster Designpreis für WC-Bogen in Modefarben
In den 1960er Jahren hielt Kunststoff zunehmend Einzug in die Sanitärtechnik. Dallmer entwickelte in dieser Zeit den ersten Kunststoffsiphon. Gleichzeitig wandelte sich das Badezimmer langsam zum sogenannten „weichen“ Wohnbad: Separate Duschen und zusätzliche Ablagen brachten mehr Komfort. Doch hohe Duschwannen und verschachtelte Raumarchitekturen stellten nach wie vor Barrieren dar.
Auch gestalterisch spiegelte das Badezimmer zunehmend den Zeitgeist wider. Während in den 1970er Jahren gemusterte Fliesen dominierten, wurden die Farben in den 1980er Jahren etwas zurückhaltender. Typische Modefarben der 80er waren Bahamabeige, Jasmin, Karamell, Manhattan oder Moosgrün.
In dieser Zeit erhielt Dallmer seinen ersten Designpreis – für einen WC-Bogen in den typischen Modefarben der damaligen Jahre. Durch ein Kugelgelenk ließ sich dieser stufenlos verstellen und eignete sich besonders für Renovierungen. Bis heute ist das Produkt in Weiß erhältlich.
Mit den 1990er Jahren begann schließlich die Entwicklung hin zu flacheren Duschtassen. Auch hierfür entstanden Entwässerungslösungen in den angesagten Farben.
Großzügige Badgestaltung durch Duschrinnen an der Wand
Als einer der ersten Anbieter brachte Dallmer in den 2000er Jahren sogenannte Designabdeckungen für Punktabläufe auf den Markt und erhielt dafür mehrere Designpreise.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden die Duschrinnen zum Trendprodukt. Direkt an der Wand installiert, eröffneten sie neue Möglichkeiten für eine großzügige Badgestaltung. Gleichzeitig wurden Fliesen immer großformatiger. Auf diese Entwicklung reagierte Dallmer mit der Duschrinne CeraWall, die erstmals die Duschrinne vom Ablauf trennt und sich gut für Bäder mit großen Fliesen eignet. Was 2013 als „CeraWall“ auf den Markt kam, hat sich unter dem Namen „DallFlex“ zu einer flexiblen Systemfamilie weiterentwickelt – mit einer Vielzahl an Ablaufgehäusen und Duschrinnen, die miteinander kombiniert werden können.
Schöne Lösungen für altersgerechte Bäder
Mit modernen Entwässerungssystemen entstanden neue gestalterische Möglichkeiten – ob Entwässerung an der Wand oder in der Fläche, ob sichtbarer Akzent oder unsichtbare Lösung, ob farbig, befliesbar oder für dünnschichtige Designböden.
Parallel dazu gewann das Thema Barrierefreiheit zunehmend an Bedeutung. Der Wunsch nach komfortablen und altersgerechten Badezimmern führte dazu, dass bodengleiche Duschen heute sowohl im Neubau als auch in der Sanierung eine wichtige Rolle spielen.
Für die Modernisierung älterer Bestandsbäder wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche technische Lösungen entwickelt, die den Einbau ebenerdiger Duschen erleichtern und hohe Einstiege vermeiden.
Yvonne Dallmer beschreibt die Entwicklung so: „Aus dem funktionalen Bad wurde mit den Jahren ein wertvoll gestalteter Lebensraum. Damit haben sich für uns viele Chancen eröffnet, neue und schönere Lösungen zu entwickeln – weg vom einfachen Installationsmaterial, hin zu hochwertigen Design-Produkten.“
Mit der bodengleichen Dusche steigen die Anforderungen an die Abdichtung
Mit der zunehmenden Verbreitung bodengleicher Duschen rückte auch die sichere Abdichtung stärker in den Fokus. Einen wichtigen Meilenstein markierte dabei die Einführung der DIN 18534. Die Norm für Bauwerksabdichtungen regelt seit 2017 die Abdichtung von Innenräumen.
Im Oktober 2025 wurde die DIN 18534 erweitert: Der Ablauf wird nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil des gesamten Abdichtungssystems. Entscheidend ist der sichere Anschluss der Abdichtung an den Ablaufkörper, zum Beispiel über geeignete Flansche, Dichtmanschetten oder systemgeprüfte Anschlusslösungen.
Die DIN 18534 unterscheidet vier Wassereinwirkungsklassen und schafft damit klare Vorgaben für die Planung und Ausführung von Badezimmern und Duschen:
- W0-I: geringe Einwirkung (z. B. Gäste-WC)
- W1-I: mäßige Einwirkung (Bad ohne Dusche oder mit Wanne)
- W2-I: hohe Einwirkung (Duschen, auch bodengleich)
- W3-I: sehr hohe Einwirkung (gewerbliche Bereiche, Schwimmbäder etc.)
Sobald ein Bodenablauf in einer Innenraumfläche vorhanden ist, fällt die Fläche in der Regel mindestens in W1-I. Bodengleiche Duschen fallen in der Praxis meist mindestens in die Klasse W2-I. Die richtige Zuordnung ist bei bodengleichen Duschen absolut entscheidend. Wird die Wassereinwirkungsklasse zu niedrig angesetzt, ist das Risiko späterer Feuchteschäden sehr hoch.
Das Problem dabei: Solche Schäden zeigen sich häufig erst nach mehreren Jahren. Dann ist oft schwer nachvollziehbar, wo die Ursache liegt und wer verantwortlich ist. Umso wichtiger sind fachgerechte Planung, sichere Anschlusslösungen und aufeinander abgestimmte Abdichtungssysteme.
Mehr Sicherheit durch abgestimmte Systeme
Der Trend geht deshalb zunehmend zu kompletten Systemlösungen und vorkonfektionierten Bauteilen. Ziel ist es, Fehlerquellen auf der Baustelle zu reduzieren und die Verarbeitung sicherer und schneller zu machen.
Dallmer hat die technische Entwicklung, die sich in der DIN 18534 widerspiegelt, mit vorangetrieben. So ist zum Beispiel die geforderte Flanschbreite für Duschrinnen und Bodenabläufe von mindestens 50 mm beim Arnsberger Entwässerungsspezialisten schon seit Jahren Standard. Ablaufsysteme wie DallFlex 2.0 für die Linienentwässerung oder DallDrain für die Punktentwässerung sind auf die präzisierten Anforderungen der DIN 18534 abgestimmt: Die mitgelieferte Dichtmanschette ermöglicht den sicheren und normgerechten Anschluss des Ablaufs an die Bauwerksabdichtung.
Damit zeigt sich: Die Entwicklung des Badezimmers ist längst nicht nur eine Frage des Designs. Parallel zur gestalterischen Freiheit hat sich auch die technische Sicherheit der Entwässerung kontinuierlich weiterentwickelt – von einfachen Bodenabläufen hin zu normgerechten Systemlösungen für moderne Badarchitektur.
Schon gewusst?
Warum viele Roste genau 90 × 90 mm groß sind
Die typischen quadratischen Roste vieler Bodenabläufe sind kein Zufall, sondern ein Stück Sanitärgeschichte. Die bekannten Maße von 90 × 90 oder 140 × 140 Millimetern orientierten sich an den Fliesenformaten der 1970er Jahre und ließen sich dadurch harmonisch ins Fugenbild integrieren.
Damals spielte Entwässerung im privaten Badezimmer noch eine untergeordnete Rolle. Bodenabläufe kamen überwiegend in öffentlichen Bereichen zum Einsatz.
Erst Ende der 1980er Jahre entstand die Idee, Bodenabläufe gezielt auch in Duschen einzusetzen. Damit begann die Weiterentwicklung moderner Entwässerungssysteme mit dauerhaft sicheren Abdichtungen. Heute sind normgerechte Lösungen auf Basis aktueller Normen wie DIN 1253 und DIN 18534 Standard.
Innovationsgeschichte aus dem Sauerland
Dallmer ist heute bekannt als Entwässerungsspezialist. Doch angefangen hat alles ganz anders: Die Geschichte von Dallmer begann 1913 in Neheim im Sauerland. Gegründet von Graveurmeister Johannes Dallmer sen., widmete sich das Unternehmen zunächst der Herstellung von Stempeln, Prägungen und feinen Ziselierarbeiten an Leuchten. Präzision, handwerkliches Können und Erfindergeist prägten das Unternehmen von Anfang an.
1963 erfolgte der entscheidende Schritt, als die Sanitärtechnik zum zentralen Geschäftsbereich wurde. Früh setzte Dallmer auf technische Innovationen – unter anderem mit Kunststoffsiphons, flexiblen Anschlusslösungen sowie später mit Designabdeckungen und Duschrinnen. Technische Funktionalität und hochwertiges Design gehen dabei immer Hand in Hand.
Heute wird das Familienunternehmen in vierter Generation geführt und beschäftigt rund 230 Mitarbeiter.
