Bild: Kermi

Kermi: Sanierung mit System: Effiziente Heiztechnik trifft schlanken Bodenaufbau

Mit dem Umzug in die Erdgeschosswohnung des Zweifamilienhauses erfüllte sich ein Ehepaar aus dem niederbayerischen Viechtach den Wunsch nach einem altersgerechten, barrierearmen Wohnumfeld. Zur Komfortsteigerung wurden die Räumlichkeiten saniert und modernisiert – inklusive des Einbaus neuer Heizkörper sowie der Installation einer Fußbodenheizung. Für die effiziente Wärmeübertragung kamen Produkte des Raumklima-Spezialisten KERMI zum Einsatz. In Zusammenarbeit mit dem bekannten Baustoff-Experten Knauf konnte zudem die Anforderung eines niedrigen Bodenaufbaus optimal umgesetzt werden.

Es überrascht nicht, dass die Räume des um 1924 errichteten Zweifamilienhauses heutigen Ansprüchen an Wohnkomfort kaum mehr gerecht wurden. Im Rahmen der weitgehenden Kernsanierung nutzten die Eigentümer Maria und Johann Stasny daher auch die Gelegenheit, Leitungen zu erneuern und die Raumaufteilung zu ändern. So konnten im neuen Schlafzimmer und Büro energieeffiziente x-flair NiedertemperaturHeizkörper sowie im Badezimmer ein moderner Bad-Heizkörper von
KERMI installiert werden. In der neu geschaffenen Küche mit Essbereich und angrenzendem Wohnzimmer wurde auf einer Bodenfläche von rund 35 m² das x-net C16 clip System von KERMI als Flächenheizungslösung nachgerüstet.

Ausschlaggebend für die Wahl einer Fußbodenheizung waren die großflächige Wärmeverteilung mit hohem Strahlungsanteil, der effiziente Betrieb im Niedertemperaturbereich in Kombination mit dem vorhandenen Gas-Brennwertgerät sowie Freiräume für eine flexible Raumgestaltung. Bei der Auswahl der passenden Lösungen vertraute Johann Stasny gerne auf den Raumklima-Spezialisten: „Wir haben in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit den Produkten von KERMI
gemacht, sowohl was die Qualität als auch die Verfügbarkeit betrifft.“

Bodensanierung: Aufbauhöhe als zentrale Herausforderung
Bevor das Flächenheizungssystem, das in Kombination mit einem reversiblen Wärmeerzeuger wie einer Wärmepumpe auch ankühlen kann, installiert werden konnte, stand jedoch die Bodensanierung an. Teile des vorhandenen Estrichs waren marode, zudem mussten – insbesondere mit Blick auf die neu geschaffene, offene Verbindung zwischen Küche und Wohnzimmer – Höhendifferenzen ausgeglichen werden. Daher wurde die gesamte Bodenkonstruktion bis auf den Rohbeton zurückgebaut und durch einen schwimmenden Bodenaufbau mit Trittschall- und Wärmedämmung ersetzt. Die größte Herausforderung stellte die begrenzte Aufbauhöhe von 5,5 bis 6,5 cm dar. Eine exakte Planung und die Auswahl eines geeigneten Systems für einen niedrigen Aufbau, gepaart mit der Möglichkeit einer freien Dämmstoffwahl, waren deshalb essenziell.

Schlanker Bodenaufbau dank cleverer Systemkombination
An diesem Punkt bündelten KERMI und Knauf ihre Kompetenzen. Dank der langjährigen Zusammenarbeit und der hervorragenden Kompatibilität des x-net C16 clip Systems von KERMI mit dem Nivellierestrich N 440 von Knauf ließ sich in kurzer Zeit ein schlanker Bodenaufbau realisieren. Das x-net C16 clip System erwies sich in diesem Sanierungsfall als ideale Lösung. Der bewährte Allrounder ist für unterschiedlichste Untergründe geeignet und überzeugt durch niedrige Aufbauhöhe, hohe Robustheit und hervorragende Verarbeitungseigenschaften. Wärmetechnisch geprüft nach DIN EN 1264 und DIN CERTCO zertifiziert, zeichnet sich das von der Bodendämmung unabhängige System besonders durch sehr gute Fließestricheignung aus. Als geprüfte Sonderkonstruktion in Kombination mit dem Nivellierestrich N 440 auf Calciumsulfatbasis war eine reduzierte Rohrüberdeckung von 20 mm möglich. In Verbindung mit 14-mmHeizrohren ergab sich eine Estrichdicke von lediglich 34 mm. So konnten wertvolle Aufbauhöhe und Material eingespart werden – ohne Kompromisse bei Stabilität oder Qualität. Dies wirkt sich auf die Nachhaltigkeit und die Effizienz der Fußbodenheizung aus: Durch den geringeren Abstand der Heizrohre zur Oberfläche wird die Wärme schneller übertragen und die Reaktionsgeschwindigkeit erhöht sich – für angenehm temperierte Räume in kurzer Zeit.

Der Bodenaufbau im Detail
Beim Bodenaufbau arbeiteten die ausführenden Fachbetriebe – Isabella Bauernfeind Sanitär-Heizung aus Viechtach und Estrobau Auerbach e.K. – eng mit den Experten von KERMI und Knauf zusammen. Zunächst wurde der unebene Rohbeton geschliffen und gereinigt. Zur Haftverbesserung und Saugfähigkeitsregulierung kam der KnaufSchnellgrund als Voranstrich zum Einsatz. Größere Unebenheiten wurden mit der Bodenausgleichsmasse N 320 Sprint in einer Schichtdicke von bis zu 10 mm ausgeglichen. Zum Schutz vor aufsteigender Bodenfeuchtigkeit erfolgte die Verlegung der Abdichtungsbahn Katja Sprint von Knauf inklusive Anschlussstreifen und wandseitiger Aufkantung. Nach dem Stellen des x-net Randdämmstreifens von KERMI wurden die Dämmplatten eingesetzt. Die Wahl fiel auf die Holzfaserdämmplatte WF von Knauf, die neben guten Trittschall- und Wärmedämmeigenschaften auch durch ökologische Aspekte überzeugt.
Mit einer Dicke von nur 10 mm eignete sie sich zudem optimal für den niedrigen Bodenaufbau.

Einfache und zügige Installation der Flächenheizung

Als Nächstes stand die Installation der Flächenheizung von KERMI an. Dafür wurden die nur 5 mm starken x-net C16 clip Panels mit Hohlkammerstruktur stoßversetzt verlegt. Anschließend wurden die Plattenstöße mit dem x-net C16 clip Tape fließestrichdicht verklebt und der Folienlappen des Randdämmstreifens spannungsfrei auf dem Panel fixiert. Die Rohrbefestigung erfolgte mithilfe der x-net C16 Clips. Diese werden mit dem speziellen x-net C16 clip Former – unabhängig von
Krafteinsatz oder Bediengeschwindigkeit – gleichmäßig und schnell umgeformt. In Kombination mit der Hohlkammerstruktur des Panels entsteht eine sehr hohe Rohrhaltekraft, ohne dass die Clips die Panelunterseite durchstoßen und in die feuchteempfindliche Dämmung eindringen. Aufgrund ihrer Form und der festen Verankerung bieten die Clips keine Angriffsfläche für Zug- oder Stoßbelastung, wie sie etwa beim Begehen der Fläche oder beim Einbau des Estrichs auftreten kann.
Die Heizrohre wurden an den Heizkreisverteiler, die „Zentrale“ der Fußbodenheizung, angeschlossen. Zum Einsatz kamen der x-net Verteiler Komfort von KERMI sowie die x-net Regelstation und die Regelleiste pro plus mit integriertem automatischem hydraulischem Abgleich.

CO2-Einsparung und hohe Wärmeleitfähigkeit durch CAF-Estrich
Nach dem Anbringen der selbstklebenden KERMI x-net Rohrschutzklebestreifen zum normgerechten Schutz der Rohre bei Durchdringung von Bewegungsfugen sowie der Positionierung der x-net Bewegungsfugenprofile erfolgte die Dichtheitsprüfung. Anschließend konnte der Nivellierestrich N 440 von Knauf fachgerecht eingebracht werden. Im Vergleich zu herkömmlichem Zementestrich bietet Calciumsulfat-Estrich (CAF) entscheidende Vorteile: eine optimale
Heizrohrumschließung, eine hohe Wärmeleitfähigkeit, eine deutlich reduzierte Aufbauhöhe und laut den EPDs des VDPM e.V. eine signifikante CO₂-Einsparung. Der spezielle Knauf-Nivellierestrich N 440 ist darüber hinaus EMICODE EC 1 Plus zertifiziert, verfügt über einen Produktpass des SHI-Instituts und trägt das QNG-ready-Siegel. Nach entsprechender Trocknungs- und Aufheizphase konnte – aufgrund der geringen Schichtdicke – bereits nach wenigen Tagen der VinylFußbodenbelag verlegt werden.

Enge Zusammenarbeit ermöglicht reibungslosen Ablauf
Trotz des anspruchsvollen Aufbaus verlief das Projekt laut Roland Stransky, Leiter der Anwendungstechnik bei der Kermi GmbH, reibungslos. Er war von Beginn an in die Umsetzung eingebunden und begleitete die Arbeiten vor Ort. „Bei Bodensanierungen in alten Gebäuden stößt man selten auf ideale Bedingungen – insbesondere bei geringen Aufbauhöhen zählt jeder Millimeter. Gefragt sind dann Lösungen, die nicht nur technisch durchdacht, sondern auch flexibel in der Anwendung sind. Die enge Zusammenarbeit mit den Fachhandwerkern und den Kollegen von Knauf war dabei der Schlüssel zu einem optimalen Ergebnis. Das zeigt, wie wichtig gewerkeübergreifende Kooperation ist.“
Diese Einschätzung teilen auch Christian Lewinsky, Produktmanager Boden und Bindemittel bei der Knauf Gips KG, sowie Stephan Hanusch, Gebietsleiter Boden-Systeme im Verkaufsgebiet Süd. Beide waren ebenfalls eng in das Projekt eingebunden. „Die Abstimmungen verliefen durchweg konstruktiv und zielgerichtet. So konnten wir Planung und Ausführung innerhalb weniger Tage fachgerecht, termingerecht und kostensicher abschließen“, berichtet Stephan Hanusch.

Optimal vorbereitet auf Nachrüsten einer Wärmepumpe
Als ideale Ergänzung zur Fußbodenheizung wurden im Schlafzimmer und Büro zusätzlich x-flair Heizkörper von KERMI installiert. Diese sind optimal auf den Betrieb mit Niedertemperatur-Wärmeerzeugern wie dem Gas-Brennwertgerät der Stasnys oder einer Wärmepumpe abgestimmt. Sie nutzen die niedrigen Vorlauftemperaturen besonders effizient. Dank der x2-Technologie mit serieller Durchströmung sowie integrierten Axialventilatoren überzeugt der x-flair mit einer schnellen Reaktionszeit – ideal für Räume mit temporärem Wärmebedarf. Im Vergleich zu einem typ- und baugleichen Standard-Flachheizkörper erzielt er eine bis zu 45 % höhere Wärmeleistung. Weitere Vorteile sind der sehr leise Betrieb dank schalloptimierter Axiallüfter und integrierter Schallentkopplung, der minimale Stromverbrauch von unter 0,5 Watt pro Lüfter im Regelbetrieb und die unkomplizierte Installation. Besonderer Clou bei der Altbau-Sanierung: Der Heizkörper kann unkompliziert an vorhandene Leitungen angeschlossen werden. Auch die Bedienung des Heizkörpers ist denkbar einfach. Sie erfolgt wie gewohnt über den Thermostatkopf. Alles Weitere erledigt die vollautomatische Regelung. In Kombination mit reversiblen Wärmeerzeugern wie einer Wärmepumpe ist außerdem eine Kühlfunktion möglich. Für Johann Stasny war die Entscheidung für die Fußbodenheizung und NiedertemperaturHeizkörper in jedem Fall durchdacht: „Wir sind bestens vorbereitet auf ein mögliches Nachrüsten einer Wärmepumpe“, betont er.

Eigentümer-Fazit: „Investition in hochwertige, zukunftsfähige Produkte hat sich gelohnt.“ Über ein Jahr nach Abschluss der Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen zieht der Eigentümer ein positives Fazit: „Wir sind sehr zufrieden. Wir müssen keine Treppen mehr steigen und der Wohnkomfort hat sich deutlich erhöht. Die Investition in hochwertige, zukunftsfähige Produkte hat sich gelohnt.“ Auch die Leistung der Fachbetriebe sowie die Unterstützung durch KERMI und Knauf
überzeugten auf ganzer Linie. Das Ergebnis ist ein komfortables Wohnumfeld, das den Anforderungen von heute und morgen gerecht wird.

Abschließender Hinweis zum Bodenaufbau und zur Wärmedämmung:
Bei der Ausführung von Bodenaufbauten sind die geltenden Anforderungen an die Wärmedämmung beheizter Räume gegen Erdreich zu beachten. Nach DIN EN 1264-4 muss ein Wärmedurchlasswiderstand von R ≥ 1,25 m²K/W eingehalten werden. Erfolgt ein großflächiger Neuaufbau, ist zusätzlich gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) Anlage 7 Punkt 6c ein U-Wert ≤ 0,5 W/(m²·K) zu erfüllen. Durch die vorhandenen Rahmenbedingungen des Bauvorhabens durfte in diesem speziellen Fall von den o.g. Vorgaben abgewichen werden.

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